Warum bin ich eigentlich in Schweiz umgezogen #2

Im letzten Post habe ich erklärt warum ich nicht in Schweiz gekommen bin. Und wie ich versprochen habe – jetzt ist es Zeit für ‚the real deal‘. Gleich wie im vorangehenden Gründe für ‚nein‘, gibt es auch für ‚ja‘ kein einziger Gründ.

Zuerst lassen sie mir die offensichtlichen Gründe behandeln. Klar – in der Schweiz gibt es natürlich viel mehr Möglichkeiten für Ausbildung und Karriere. Nicht nur für mich, sondern auch für meine Kinder. In CH ist alles sehr ordentlich vor allem in der offentlichen Verwaltung. Das funktioniert ohne irgendwelchen Verzögerungen und ich kann es überhaupt nicht genug erklären, wie total begeistert ich davon bin. Aber die wichtigste ist die Rechtsstaatlichkeit, die auf einem viel höheren Niveau als in Slowenien ist. Alle Leute sind gleich vor dem Gesetz – egal ob man reich ist oder arm. Das vermisse ich in SLO am meisten und das ist eine Ursache für eine Menge schlechte Laune. Leute vertrauen der Regieriung einfach nicht mehr. Und der Regierung ist es ganz egal! Wirklich – eine grosse, grosse Schade.

Ich bitte sie… Ich bin doch nicht blöd!

Aufgelistete Sachen sind natürlich extrem wichtig für Lebensqualität und machen für ein guter Gründ für Umzug.  Aber die alein sind nicht genug. Obwohl allgemeine Zustand in Slowenien viel schlimmer als in CH ist, ist es noch immer sehr weit von kritisch. Bitte, denken sie nicht, dass ich 10 Jahre lang (ungefähr so lang braucht man, wenn er sich in neuen Land wie zu Hause fühlen will) von Stress, Anpassung, Lernen, Ausländerfeindlichkeit, Versagensängste, schwierigen low – level Jobs, Fassunglosigkeit meines Gehirnes und Wut meines Egos ertragen würde, weil in Schweiz ein paar einflussreiche Leute mehr im Gefängniss sitzen. Oder weil ich für meine Führerschein ein par Tagen weniger warten muss, oder weil ich in CH ein bisschen mehr Geld verdienen kann. Ich bitte sie… Ich bin doch nicht blöd.

Die erwähnten, offensichtliche Gründe sind nicht die wichtigste, aber sind eindeutig ein Voraussetzung für die folgenden Hauptgründen.

         Viele Leute auf dieser Erde würden absolut alles machen für ein Möglichkeit in anderes Land umzuziehen. Leute die leben ünter schrecklichen Umständen, Kriegzerrissenen Ländern und leiden von furchtbaren Armut und Krankheit. Aber aus verschiedenen Gründen sie können nicht einfach nur gehen. Sie sind gezwungen zu bleiben. Und hier bin ich. Ich habe diese Gelegenheit. Ich habe die Möglichkeit mein Leben zu verbessern. Es ist sehr einfach für mich. Keine Hürden stehen vor mir. Keine Feinde mit Waffen.  Und ich soll die Gelegenheit nicht ergreifen?! Ich soll nicht mein absolut bestens geben? Ich soll nicht alles darum setzen um zu versuchen das Beste aus meinem Leben und aus mir selbst zu machen? Warum? Warum nicht? Das sollte doch Pflicht uns alle sein! Güte Möglichkeiten sind uns nicht umsonst gegeben. Wir müssen etwas mit die machen! Nicht nur für uns selbst, sondern auch für anderen Leute

Das Leben

Quelle: google search: Life

 

Ich soll nicht mein absolut bestens geben?

Im Leben bekommen wir häufig verschiedene Möglichkeiten und oft wählen wir die einfacheren, die unkomplizierten, die sichereren und die für welchen wir brauchen nicht viel mühe zu geben. Damit können wir nichts verlieren, aber wir vergessen immer, dass wir auch nichts bekommen können. Wir machen solche Entscheidungen weil wir viel Angst haben und Selbstzweifel. Auch sozialer Druck ist ein wichtiger Einfluss, weil alle Leute glauben, dass sie uns besser kennen als wir kennen uns selbst. Darum wählen wir die einfachere Möglichkeit aber damit eine, die viel schlechtere für uns ist. Ich musste auch ein Auswahl machen – in Slowenien zu bleiben oder in CH zu gehen. Und dies mall habe ich entschieden für eine die viel schwieriger ist. Für das muss man schon ein bisschen Mut haben! Folglich kann ich sehr viel erwarten. Ich kann auch sehr viel verlieren, aber ich denke nicht gern daran.  Ich habe wichtigeren Sachen zu erlädigen. Aber die Hauptsache ist, dass ich jetzt stolz auf mich sein kann.

         Gleich wie meisten Leute gehöre ich auch zur Gruppe die machen gar nicht ob es nicht ganz notwendig ist. Auch wenn es viele Möglichkeiten dafür gibt. Deutsch lernen, weil ich glaube es eine güte Idee ist – vielleicht etwa später. 10 Bücher über Leadership durchzulesen – ich fange nächste Woche damit an (die Bücher sind schon seit 3 Monate im Regal). Versuchen eine kleine Firma zu gründen und damit selbständig zu werden – ach, ich brauche so viel Zeit dafür! Ich mache es nach dem Weihnachten. Einen Job im internationalen Unternehmen zu finden – ach, ich muss meine Bewerbung übersetzen! Jetzt habe ich riese Kopfschmerzen. Ich mache es lieber am Wochenende… Klingt bekannt? Mir auch. Allzu bekannt! Ich bin froh, dass ich kann ehrlich mit mir selbst sein, sodass ich kann mir selbst direkt sagen: du faule Schweinehund! Verzögerung ist leider mein grosser Problem und ich weiss, dass ich werde nichts machen, ob es nicht ganz notwendig ist.

…und jetzt harte schweizer Boden wartet auf mich

Aber, zum Glück, habe ich eine Lösung dafür gefunden! Und zwar – ob es nicht notwendig ist, dann mache ich es notwendig. Und wie? Na ja, wie Vögeln, wenn sie sich zum ersten mal fliegen lernen. Sie springen einfach von Baum ab. Und dann ist es ganz ernst! Nicht zu fliegen ist eine Option die Vogel sich nicht leisten kann! So ungefähr mache ich auch mit mir selbst. Ich habe von slowenischen Baum gesprungen und jetzt harte schweizer Boden wartet auf mich. Fliegen kann ich natürlich nicht. Aber Deutschlernen ist plötzlich ein Muss! Arbeiten in einem internationalen Unternehmen (also – eine Firma auser Slowenien) ist die einzige Wahl. Ob ich die schwierigen Jobs loswerden will, muss ich Fortschritte in meine Karriere machen. Dafür muss ich unbedinkt neue Fähigheiten lernen und wie wäre es mit… Leadership?! Perfect! Sehen sie jetzt was ich meine? Ein wichtiger Schritt und jetzt ist es mir notwendig auf mich selbst zu arbeiten – es ist nicht mehr eine freie Wahl. So einfach, aber so unglaublich schwierig! Der Mut zu haben vom Baum zu springen ohne fliegen zu können?! Die grösste Herausforderung ist nicht zu springen, sondern Vertrauen zu haben! Jeder Mensch soll seine Bäume haben. Je grösser der Baum, desto mutiger Mensch ist. Und wer hat den grössten Baum und den tiefsten Stürz? Kein Wunder – Felix BAUMgartner!

Lernen

Quelle: google search: time to learn

 

Alles was ich bis jetzt geschrieben habe kann ich in einem Satz zusammenfassen. Ich habe eine Gelegengheit bekommen in Schweiz umzuziehen und ich habe ‚YES‘ gesagt. ‚YES‘ gesagt zu Schwierigkeiten, Ängsten, Misserfolgen, ‚Ausländerheit‘, Bauarbeit, Familientrennung, snobistichen Schweizern, Fassunglosigkeit meines Gehirnes und Wut meines Egos. Alles das, weil ich Vertrauen in Zukunft habe. Weil ich neue Dinge lernen will und viel neues erleben will, die ich sonst nie konnte und damit mein Leben bereichern. Die Macht der Wahl ist das grösste Geschenk den Menschen. Und wir müssen dieses Geschänk aktiv benutzen und nicht nur annehmen was uns das Leben anbietet. Weil wir mit Entscheidungen Verantwortung für unser Leben übernehmen und selbst entscheiden welche Richtungen in unserem Leben wir nehmen wollen. Weil ich eine Vorstellung habe, was für ein Mensch ich werden will – für mich, für meine Familie und für die Menschen um mich herum. Und dafür brauche ich Erfahrungen und Weisheit die uns nur Leben (mit seinen Höhen und Tiefen) bringen kann.

3 Comments

  1. claudiadahinden   •  

    Nachdem Du meinem Blog gefolgt bist, musste ich doch sehen, was Du so schreibst. Respekt! Mir gefällt Deine Seite und Deine Einstellung. Du sagst es richtig: dass wir in unserem Leben Entscheidungen treffen können, ist das grösste Geschenk – und es bedeutet auch Verantwortung. Was wir aus uns machen, wohin wir gehen und wohin nicht, liegt an uns. Ich wünsche Dir viel Erfolg auf Deinem Weg :-)!

    • Edvin Ramić   •  

      Hallo Claudia. Danke dir für nette Wörter und Wünsche. Leider können viele Leute dieses Geschenk nicht finden, weil es versteckt sich immer hinter Angst, Zweifel und übermässige Gemütlichkeit. Aber man findet eine bestimmte Weisheit darin, oder? Keep up the good work with your blog und alles Gute!

      • claudiadahinden   •  

        Hallo Edvin, da hast Du sicher nicht unrecht – gerade in der Schweiz 🙂 Auch Dir alles Gute und weiter viel Spass beim Bloggen, gute Sache!

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