Schwarzfahrer im Zug

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„Was?! 140 Franken?! Das kann doch nicht Ihr Ernst sein!“.

„Ja, wissen Sie, hier in Schweiz ist es so, dass wir Regeln haben. Und wenn man sich nicht an Regeln hält, dann kriegt man eine Busse, die bezahlt werden muss.“

„Aber das ist doch offensichtlich ein Missverständnis. Das sehen Sie doch, oder?“

„Ja, und? Das ist jetzt egal“ hörte ich hinter mir. Ich drehte mich um und sah eine ältere Dame, die ganze Unterhaltung zugehört hat.

Ich war erst ein paar Monate in der Schweiz. Ausser in Zürich, war ich noch nirgendwo in diesem wunderschönen Land. Und seit ich in der Schweiz gekommen bin, wollte ich Luzern besuchen. Einmal ist ein Wunder passiert und zum Glück (oder Unglück) hatte ich und mein Bruder den Samstag und Sonntag frei. Das war eine einzigartige Gelegenheit für uns, und wir entschieden nach Luzern zu gehen. Wir kauften Fahrkarten und schon das war ein kleines Abenteuer. Das war unseres erstes Mal, dass wir in der Schweiz mit Zug fahren und wollten Fahrkarten am Automat kaufen. Da gab es aber so viele verschieden Möglichkeiten, dass wir ständig das Gefühl hatten, dass wir etwas falsches kaufen werden. Wir wussten, dass Bussen sehr teuer sind und wollten sicher sein, dass wir alles richtig getippt haben.

Zwei Fahrkarten für hin und her: 200 CHF… Überrascht wie teuer es ist und mit Zweifel, ob wir wirklich nur zwei Karten getippt haben, schoben wir die Postfinance Karte rein und raus kamen die Fahrkarten. Nur zwei. Zweifel war also weg, Überraschung ist aber geblieben.

So bald wir im Zug sassen, haben wir den Konduktor gesehen. Zug ist noch nicht abgereist als Konduktor an uns vorbei ging. Ich streckte meine Hand und wollte ihm die Fahrkarte schon geben, aber er ignorierte uns. Ok… Er kommt später sicher wieder vorbei. Und das hat er auch gemacht. So bald der Zug abreiste, war Konduktor schon bei uns. “Fahrkarte, bitte”. “Na, endlich”, dachte ich mir und gab ihm die Karte. Er runzelte sein Stirn und schaute uns an. Ich erinnere mich nicht ganz genau welche Wörter benutzt wurden, aber er sagte, dass etwas falsch war. Wir wussten aber nicht, was falsch war: Zug war nicht der richtige, Karten waren nicht die richtige, oder wir waren nicht richtig… Meine erste Gedanke war, dass wir uns am Automat doch vertippt haben und haben was falsch gekauft. Aber es stellte sich bald heraus, dass die Karten doch richtige waren. Bisschen später fanden wir heraus, dass auch der Zug der richtige war. Was aber nicht richtig war, war Wagon. Konduktor erklärte uns, dass wir in die erste Klasse sassen, Karten sind aber für zweite Klasse gewesen.

“A, es tut uns leid. Wir wussten das nicht. Es ist natürlich kein Problem, wir wechseln sofort für die zweite Klasse”.

“Das geht aber nicht so einfach”

“Nein? Warum nicht?” fragten wir und ahnten schon, dass etwas schreckliches passieren wird. Wollten es aber nicht glauben.

>> Copy & Paste erste Absatz <<

„Was?! 140 Franken?! Das kann doch nicht Ihr Ernst sein!“.

„Ja, wissen Sie, hier in Schweiz ist es so, dass wir Regeln haben. Und wenn man sich nicht an Regeln hält, dann kriegt man eine Busse, die bezahlt werden muss.“

„Aber das ist doch offensichtlich ein Missverständnis. Das sehen Sie doch, oder?“

„Ja, und? Das ist jetzt egal“ hörte ich hinter mir. Ich drehte mich um und sah eine ältere Dame, die ganze Unterhaltung zugehört hat. Sie konnte sich einfach nicht helfen

Der Konduktor, oder jetzt wissen wir schon besser – der Kotrolleur hat uns auf eine nette Weise erklärt, was der Unterschied zwischen erste und zweite Klasse war. Erste Unterschied war die Nummer eins, die irgendwo stand und (meiner Meinung nach) konnte alles mögliches bedeuten. Und zweiter Unterschied war der Teppich auf dem Boden…

Lange Geschichte kurz, das war unsere erste Begegnung mit strenge Schweizer Regeln. Da wir Schwarzfahrer waren, haben wir die Busse natürlich gezahlt.

Jetzt, drei Jahre später denke noch immer, dass das ganz überflüssig war. Diese Szenario konnte und sollte sich anders entfalten und ich bin überzeugt, dass ich nicht der erste war, der so was erlebt hat.  “Sie müssen doch schauen wo Sie sich hinsetzen. Alles ist deutlich gekennzeichnet” war Mantra von Kontrolleur und er hat es auf jeden unseren Widerspruch wiederholt. Sein Entscheidungsvermögen und Verantwortung hat er auf Regeln und Vorschriften verschoben (das “if-then” Gehirn). Sein Gewissen war rein, er folgte doch den Regeln. Umstände sind nicht wichtig.

Regeln sind manchmal sehr praktisch, so viel muss ich schon sagen.

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